Bericht: Lohnt sich eine Smart Watch?

Es ist ein Thema, das in den letzten Monaten verstärkt an Fahrt aufnimmt. Wearable Gadgets sind der nächste große Schritt in unserer Gesellschaft. Die ersten Geräte haben es auf die Märkte geschafft. Doch viele Menschen wissen nicht so recht ob es sich bei den neuen technischen Spielereien und sinnvolle oder sinnlose Neuerungen handelt. Vor etwas mehr als einem Monat stand ich ebenfalls an diesem Punkt und habe mich in das Abenteuer „Smart Watch“ gestürzt.

Sony Smart Watch 2

Wenn man mich im Sommer zum Thema Smart Watch fragte, war meine Antwort eindeutig: „Ganz nett aber zu diesem Zeitpunkt total unnütz“. Doch als Sony die Smart Watch 2 kurz vor der IFA vorstellte, war für mich ein Punkt gekommen, wo ich mich zum ersten mal ernsthaft mit dem Thema auseinander setzte. Die technischen Daten waren durchaus überzeugend und optisch machte sie durchaus etwas her. Doch ein richtiges Nutzen konnte ich nicht finden und die Idee war erstmal wieder auf Eis gelegt. Nach meinem Besuch auf der IFA kam der Gedanke erneut ans Tageslicht. Die Uhr lag gut in der Hand, die vorgezeigten Anwendungen waren durchaus interessant und das Paket war stimmig.

Für jeden der noch nie eine Smart Watch im besitz hatte, kann unmöglich für sich herausfinden ob er es ihm was nützt oder nicht. Ich hab die SW2 nun seit etwas mehr als einem Monat und nun habe ich erst richtig verstanden was die Uhr eigentlich ist. Wenn man das Vorwort „Smart“ vergleicht man die Uhr sofort mit dem Smartphone. Doch das ist der falsche Denkansatz. Es ist kein Telefonersatz, sondern eine Ergänzung / Erweiterung.

Bevor ich morgens das Haus verlasse wird die Uhr mit meinem Telefon gekoppelt. Dank NFC ist das in 2 Sekunden erledigt. Im laufe des Tages macht sich die Uhr dann immer mal wieder durch leichte Vibrationen am Handgelenk bemerkbar. E-Mails sowie Neuigkeiten auf Twitter, auf Facebook, auf Whats App, in RSS Feeds und sonstigen Kanälen landen auf meine Uhr. Der Vibrationsalarm ist so dezent, das man es nur selbst registriert, die Menschen um einen herum bekommen nichts mit und man selbst wird auch nicht in der Arbeit gestört. Die Smart Watch ist für mich zu einer selbstverständlichen Nachrichtenquelle geworden. Es hat den Vorteil, dass man immer informiert ist was gerade passiert und man braucht nicht wegen jeder einzelnen SMS oder Twitter-Nachricht die immer größer werdenden Telefone aus der Hosentasche zu holen. Gerade in beengten Umgebungen wie in der Straßenbahn, oder auf Feierlichkeiten wo es die Situation nicht erlaubt ist der kleine Bildschirm am Handgelenk ein echter Zugewinn.

Wie jedes moderne System lebt auch eine Smart Watch nur, wenn es ein gesundes und stetig wachsendes App-Ökosystem gibt. Hier hat Sony ganz klar die Nase vorne. Die Applikationen werden über den Google Play Store heruntergeladen und auf das Telefon installiert. Dank der Öffnung der Smart Watch-Plattform für Programmierer können sich immer mehr dafür begeistern. Vor einem Monat gab es knapp 150 Apps. Inzwischen hat sich Anzahl mehr als verdoppelt. Die Kategorien wachsen immer weiter und inzwischen gibt es etwa 330 Anwendungen. Es macht spaß regelmäßig im Play Store die Kategorien zu durchstöbern und völlig neue Anwendungsgebiete zu erschließen.

Jeder der ein Smartphone sein eigen nennt, sollte sich näher mit der Thematik beschäftigen. Die Smart Watch 2 von Sony ist ein echter Mehrwert im ganz normalen Alltag. Man wird die ganze Zeit mit Neuigkeiten und Benachrichtigungen versorgt. Es gibt kleine Spiele für Unterhaltung zwischen durch. Fitness Apps wie Runtastic zeigen alles was man beim Workout braucht kompakt und übersichtlich an. Der dezente Vibrationsalarm erinnert einen an Termine im Kalender oder kann auch als Wecker genutzt werden. Doch das wohl beste Feature ist das Anzeigen der Uhrzeit. Dank einem transflektiven Display beschränkt sich der Stromverbrauch auf ein Minimum, und auch die Bluetooth-Verbindung wirkt sich kaum auf dem Telefon Akku aus. Bei normaler täglicher Benutzung kommt man vier bis fünf Tage hin. Auch wenn es zunächst eine Umstellung von der klassischen Uhr ist, das Aufladen einmal die Woche stört nicht, einfach nachdem Telefon hat kurz die Uhr hinterher ans Ladekabel hängen und fertig.

Ich habe festgestellt, dass es für Menschen die noch nie eine Smart Watch besessen haben, es nahezu unmöglich ist abzuschätzen ob man so etwas benötigt und was man damit anstellen kann. Man muss sich etwas neues einlassen und ein wenig experimentieren, aber früher oder später findet jeder die richtigen Einsatzbereiche für sich. Es ist kein „nettes Spielzeug“ mehr, sondern ein sinnvolles Zubehör. Jedoch wird es noch einige Zeit dauern, bis es auch bei den Smartphone Nutzern angekommen ist.

Kommentar verfassen

Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de