Smartphone-Diebstahl: Die aufregende Jagd nach meinem Handy

Wer MobilityMagazin verfolgt, wird vermutlich mitbekommen haben, dass ich vor geraumer Zeit, Opfer eines Raubüberfalles wurde, in dem mein LG Nexus 4 entwendet wurde. Die freudige Nachricht ist, dass ich das Gerät dank moderner Technologien zurückbekommen konnte. Über welche Wege ich dieses erreichte, werde ich im Folgenden einmal detailliert schildern. Seht dies also als Erfahrungsbericht eines beklauten Gadget-Lovers, der sein Gerät nicht so einfach aufgeben wollte.

Nexus4

Als kleinen Prolog muss man wohl erwähnen, dass ich in Sachen Gadgets wohl der paranoideste Mensch der Welt sein könnte. So erhalten meine Smartphones bereits Stunden nach dem Erwerb einen entsperrten Bootloader, Cerberus und ein Custom ROM. Nach Abschluss der Flash-Arbeiten wird der Bootloader natürlich wieder fein gesperrt.

Der Anfang meiner High-Tech Verfolgungsjagd liegt in der Tatnacht. Nachdem ich mich vom Überfall erholt hatte und Zuhause angekommen war, schaltete ich sofort mein Notebook an, um zu überprüfen, ob das Nexus noch eingeschaltet war und wenn, ob ich es eventuell orten könnte. Leider war mir dies zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, also wies ich Cerberus an, das Gerät zu wipen und in den Notfall Modus zu versetzen, sobald der Dieb es wieder einschaltet. Befindet sich Cerberus im Notfallmodus, sendet das Handy in einem selbst festgelegten Zeitrythmus, immer wieder aktuelle Position und andere nützliche Daten, an die E-Mail Adresse die bei Cerberus hinterlegt wurde. Hierunter liegen zum Beispiel auch die Daten zur eingelegten / ausgetauschten SIM Karte, das aktuell verbundete WiFi oder der Funkmast in dem das Gerät eingebucht ist. Darüer hinaus ist der abgesetzte Status immer ein guter Indikator dafür, dass der Dieb gerade am Gerät herumspielt und man in diesen Augenblicken mehr Funktionen per Fernsteuerung ausführen kann.

Nachdem in den nächsten Tagen die organisatorischen Dinge mit der Polizei geklärt wurden, hatte ich das Smartphone schon fast abgeschrieben. Viel zu gering war die Chance, dass ich es jemals wiedersehen könnte. So hat nicht zuletzt die Polizei dazu beigetragen, dass sich diese Meinung bei mir festigte. Als ich eines Abends allerdings im Zug auf dem Heimweg von der Arbeit mein Notebook einschaltete, erhielt ich eine E-Mail von Cerberus. Das Gerät war wieder aktiv! Der Dieb hatte mittlerweile eine neue SIM Karte eingelegt, dessen Seriennummer ich natürlich sofort protokollierte. Auch einen ersten, groben Standort vom Smartphone konnte ich erwischen. Diese Informationen übergab ich natürlich sofort der Polizei, die allerdings noch immer nichts damit anstellen konnte.

Eine ganze Woche ging nun in’s Land. Mit der Aussage, dass die Polizei hier nichts machen könne, beschloss ich es dabei zu belassen und wohl am Wochenende ein neues Nexus 4 zu erwerben. Wieder einmal auf dem Rückweg von der Arbeit meldete sich dann allerdings das Gerät erneut. Diesmal wies ich es sofort an, ein Foto aufzunehmen, sobald der Dieb das Gerät berührt und die genaue Position über WiFi und GPS zu bestimmen. Ein Foto kam zwar zurück, dieses war allerdings schwarz. Vermutlich wurde die Kamera in dem Moment zugehalten. Ein paar Stunden später probierte ich allerdings erneut sofort ein Foto aufzunehmen und Tatsache: Der Dieb wurde erwischt! Ich erkannte den Kerl sofort wieder. Genau er war es, der mich in der Tatnacht überfallen hatte. Ich veröffentlichte das Foto auf Facebook und innerhalb kürzester Zeit, erhielt ich zum Gesicht einen Namen.

Mit diesen Informationen hab ich also umgehend die Polizei versorgt, die dann zu mir kamen um sich das Ganze einmal anzusehen. Dank Standortangabe machten die Herren sich nun auf den Weg, um dem Dieb einmal einen Besuch abzustatten. Natürlich war zu gegebenem Zeitpunkt nur die Mutter zuhause, so dass sich an dem Abend nichts mehr ergab. Ein paar Tage später allerdings, erhielt ich einen Anruf von der KriPo: Mein Nexus 4 wurde sichergestellt und könne am folgenden Freitag abgeholt werden.

Ich ging also am Freitag zum Polizeipräsidium. Dort musste ich dann eine DNA Probe abgeben, da in der Tatnacht mein Shirt sichergestellt wurde. Mit dieser Probe wollte man dann schauen, ob sich auf dem Shirt eventuell fremde DNA – die des Täters – befindet. Auch wurde eine Gegenüberstellung mit Fotos aus der Straftäter Datei durchgezogen. Ich erkannte den Typen sofort. Auf die Frage, warum man hier so einen Aufstand mache, sagte man mir nur, dass er „das Ding schonmal gedreht habe“.

Nachdem ich das Polizeipräsidium nun mit meinem Nexus 4 wieder verließ, hab ich bisher allerdings nichts mehr von der KriPo gehört. Hier mahlen die Mühlen wohl sehr langsam. Bis auf eine Macke an der unteren, linken Ecke ist dem Smartphone übrigens nicht viel passiert. Sogar ein verschlüsseltes Nandroid Backup konnte ich wiederherstellen.

Kommentar verfassen

Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de