Von Gewaltverbrechen, Gadget-Diebstahl, Beweisen und Relationen in der Strafverfolgung

Normalerweise ist ein privater Beitrag wie dieser ja eher was für meinen anderen Blog, doch da Gadget-Diebstahl auch vielen der MobilityMagazin.de Leser passieren kann, dachte ich mir, veröffentliche ich folgenden Beitrag ausnahmsweise hier. Viele von euch, die mir auf Twitter oder Facebook folgen, haben es vielleicht mitbekommen. Letzte Woche Mittwoch bin ich Opfer eines Überfalles geworden. Mir wurde unter Anwendung von Gewalt mein Nexus 4 geklaut und die Täter sind davongekommen. Viel ärgerlicher als der Verlust des Smartphones, ist aber momentan die Aufklärungsbereitschaft, die die Hagener Polizei hier an den Tag legt. Mehr dazu im Folgenden:

Polizei-NRW-Logo

Der Moment, in dem du einen Unterarm, eng um deinen Hals geschlungen fühlst – der Moment in dem du das Schlimmste befürchtest und dann auch noch dein Eigentum mit sämtlichen alltäglich benutzten Daten verlierst – diesen Moment zu beschreiben vermag es Worte die selbst ich derzeit noch immer nicht finden kann. Es ist ein Moment, der dem Gefühl der Ohnmacht gleichen dürfte. Nachdem ich mich nach dem Überfall allerdings etwas gesammelt hatte – also ca 5 Minuten später – rief ich natürlich sofort die Polizei zu Hilfe. Freundlicherweise sind die dann auch recht schnell erschienen und haben zunächst auch gute Ansätze gezeigt, die Straftat irgendwie zur Aufklärung zu bringen. Doch jetzt eine Woche danach, sieht das alles ganz anders aus.

Eigentlich hatte ich Hoffnung, dass der Delinquent gefasst und seiner gerechten Strafe zugeführt würde. Nicht zuletzt sorgten detaillierte Berichte von Cerberus (kann ich im übrigen wärmstens empfehlen) Ende der letzten Woche noch für Glauben an die Polizei. So erhielt ich noch am Freitag letzter Woche, von der Anti-Diebstahl App, nicht nur die Seriennummer der neuen SIM Karte, Telefonnummer, sowie IP des Diebes, ich erhielt sogar eine auf rund 50m genaue Positionsaufzeichnung meines Smarpthones. Umgehend rief ich bei der Polizei Hagen an, wollte die Daten durchgeben, doch dort vertröstete man mich allerdings bis auf die darauffolgende Woche, da der entsprechende Sachbearbeiter derzeit nicht im Hause verweile. Über das Wochenende sammelten sich noch zusätzliche Daten, die die IP des heimischen WiFis, eine Anrufliste aus den Tagen, nachdem das Handy entwendet wurde, SMS Logs und Tonaufnahmen umfassten an. Worauf natürlich die umgehende Einreichung selbiger bei den Beamten erfolgte.

Abgesehen davon, dass es mit oben genannten Informationen, selbst einem Laien möglich wäre, innerhalb von wenigen Stunden den Dieb ausfindig zu machen und das Diebesgut zurück zu erbeuten, sah ich die Beweislage als relativ vielversprechend an. Ich hatte wirklich Vertrauen in die Polizei. Doch heute folgte der eigentliche Knaller: Auf Nachfrage erklärte der Sachbearbeiter meines Falles nämlich ernsthaft, dass „die Strafe, die die beiden Gewalttäter erwarten würde, ja sowieso nicht so hoch wäre“. Es würde  sich „einfach nicht lohnen, da weiter zu ermitteln“. Jetzt mal ernsthaft: In was für einer Welt leben wir, in dem einem Bürger unter Anwendung von Gewalt, ein Gegenstand im Wert von 300-400 Euro – ja ich finde, dass das viel Geld ist – entwendet werden kann, ohne dass die Täter mit Strafen – geschweige denn überhaupt mit Strafverfolgung – rechnen müssen?

Was bleiben mir jetzt für Möglichkeiten? Ich kann selbst weiter ermitteln und die Arbeit für die Polizei erledigen, die ich dann ganz zum Schluss informiere, so dass nur noch die Handschellen klicken müssen. Ich kann aber auch den Fall einfach vergessen und mir ein neues Smartphone besorgen. In jedem Fall wird die Zukunft für mich kostspielig. Dieser Fall hat mir wieder einmal deutlich gemacht, dass Verbrechen sich eben doch auszahlt.

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