Review: Bresser MID-7

Nach dem jetzt schon ein paar Tage zurückliegenden First Look nun ein detaillierterer Bericht zum Bresser MID-7.

Gehäuse
Das komplett aus Kunststoff bestehende Gehäuse (21,3 x 12,4 x 1,2 cm) des MID-7 macht einen stabilen Eindruck und knarzt nicht. Die drei Tasten für Home, Menü , Zurück und der Trackball reagieren gut auf Eingaben. Der Trackball dient gleichzeitig auch als Betriebs- und Ladeanzeige.

Die Kunststoffteile der Oberseite sind glänzend und daher empfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Die Rückseite besteht dagegen aus mattem Kunststoff.
Dank der abgerundeten Kanten und der Dicke des Gehäuses liegt das Gerät (475g) gut in der Hand.

Display
Das mit 800 x 480 Pixel (160 dpi) auflösende 7 Zoll TFT Display stellt die wiedergegebenen Inhalte hinreichend hell dar. Reale Werte für die Displayhelligkeit kann ich leider nicht liefern, da mir das passende Messgerät nicht zur Verfügung steht. Sie ist aber höher als bei manchen Netbooks.
Dabei ist das Display nach unten hin stärker blickwinkelabhängig als in die anderen Richtungen, aber da sich der Bildschirminhalt – sofern die gestartete App nicht auf eine bestimmte Ausrichtung festgelegt ist – in alle vier Richtungen drehen lässt, kann man so gegebenenfalls den Nachteil des nachlassenden Kontrastes ausgleichen.


Für Linkshänder ergibt sich aus der freien Ausrichtung des Bildschirminhalts, das Gerät nach dem Start einer App quasi auf dem Kopf stehend betreiben zu können und dabei nicht Gefahr zu laufen mit der haltenden rechten Hand versehentlich einen der drei Tasten zu betätigen.

Der resistive Touchscreen reagiert recht gut auf Eingaben und lässt nur an den Rändern etwas bei der Empfindlichkeit nach. Am Besten lassen sich Eingaben mit dem Daumen oder Zeigefinger machen, wobei der Damen beim Scrollen vorteilhaft ist, da die größere Auflagefläche ein versehentliches aktivieren einer Funktion/App vorbeugt. Wenn es auf präzisere Eingaben geht, wie z.B. das kalibrieren des Touchscreens, sollte man jedoch lieber den Fingernagel des Zeigefingers oder einen Stylus verwenden.

Spiegelungen sind auf dem Display geringer als bei Netbooks mit Glare Display.

Sound
Die nach hinten gerichteten Stereolautsprecher klingen für ihre geringe Größe relativ gut, die Wiedergabe ist jedoch sehr höhenlastig. Die Equalizer Presets und die Benutzereinstellungen des Audioplayers lassen den Sound etwas ausgewogener klingen.

Mit guten Kopfhörern ist die Audiowiedergabe deutlich besser.

Kamera
Die eingebaute Webcam liefert im vorliegenden Vorserienmodell noch seitenverkehrte Bilder.
Laut Herrn Kock (Vertrieb Meade Instruments Europe GmbH & Co. KG) wird dies aber im Serienmodell behoben sein.
Da eine Bewertung an dieser Stelle unfair wäre, gehe ich hier nicht weiter auf die Webcam ein.

3G
Die Verbindungsaufnahme mit der von mir verwendeten O2 SIM-Karte funktionierte nach dem aktivieren der 3G Funktionalität reibungslos. Trotz der etwas geringen Signalstärke am Testort wurden die aufgerufenen Internetseiten, sowohl in den vorinstallierten Browsern als auch im von mir nachinstallierten Dolphin HD, zügig angezeigt.
Das einlegen der SIM-Karte in den rückseitigen Kartenslot gelingt problemlos, der Öffnungswinkel der Abdeckklappe könnte aber etwas größer sein.
Wenn das Tablet in Standby wechselt wird die 3G-Funktionalität deaktiviert und nach dem „aufwecken“ des Geräts wieder aktiviert. Dies kann man als Nachteil ansehen, jedoch ist dieses Verhalten in Bezug auf die Akkulaufzeit sehr angenehm und solange noch eine Aktivität (z.B. Download) vorherrscht, bleibt die Verbindung aktiv und das Gerät wechselt nicht automatisch in Standby.

Laufzeit
Für einen Videolaufzeittest war der Akku zu 100% geladen, die Helligkeit und Lautstärke auf 100% eingestellt. Dabei liefen mehrere Videos in einer Endlosschleife bis sich das Tablet selbst abschaltete.Die Laufzeit betrug unter diesen Verhältnissen 4 Stunden und 36 Minuten.

Beim Dauersurfen via 3G (Akku 100%) bei eingestellter Helligkeit von ca. 50% hielt der Akku 7 Stunden und 27 Minuten durch. Dabei musste das Gerät verschiedene Internetseiten im Dolphin HD Browser anzeigen und bei eingebetteten YouTube Videos diese abspielen.

Vorinstallierte Apps
Die auf dem Vorserienmodell vorinstallierten Apps liefen während der Testphase problemlos und es kam zu keinen abstürzen.
Der Mix an Apps ist schon recht gut, könnte aber aber noch das eine oder andere Spiel für zwischendurch, ein paar Tools (z.B. 3G Watchdog, ColorNote, Kalender) und vielleicht noch ein paar Widgets gebrauchen.
Für das Serienmodell überlegt man bei Bresser ob und welche Apps vorinstalliert sein werden. Möglicherweise wird dem MID-7 auch eine CD mit Apps beigelegt, die der Anwender dann seinen Bedürfnissen passend installieren kann.

Handling
Nachdem man sich an den resistiven Touchscreen etwas gewöhnt hat, gehen Eingaben und die Navigation recht flott von der Hand. Apps starten ihrem Umfang entsprechend zügig und lassen sich gut bedienen.
Besonders angenehm ist das die Hardwaretasten für Home, Menü und Zurück im oberen Bereich des Bildschirms auch als entsprechende virtuelle Tasten vorhanden sind.
Das nach unten ziehen der Statusleiste gestaltet sich etwas kniffelig auf dem resistiven Touchscreen, da man über eine längere Strecke den Druck auf den Touchscreen konstant halten muss. Einfacher geht es über Menü -> Benachrichtigungen.
Auf den 5 Homescreens ist genügend Platz um Apps thematisch auf die Homescreens zu verteilen.

Diverses
Beim Anschluss des Ladegeräts schaltet sich das Tablet automatisch ein und bootet. Wenn man nun – um die Ladezeit zu verkürzen – das Gerät wieder ausschaltet, lässt es sich mit angeschlossenem Ladegerät nicht wieder einschalten. Wie ich aber von der Firma Bresser erfahren habe, ist der Fehler im Seriengerät beseitigt.
Einige Menüeinträge sind noch nicht ins Deutsche übersetzt und die Online-Hilfe ist noch nicht verfügbar.
Bei einigen Apps im App Center von AndroidPit wird angezeigt das die verwendete Version 1.0 von Android – obwohl 2.1 installiert ist – durch die App nicht unterstützt wird.
Ob und wann es ein Update auf 2.2 geben wird steht z. Zt. noch nicht fest, ein Nachfolgemodell ist aber in Planung.
Der Verkaufsstart für das Serienmodell des MID-7, das 299€ kosten soll, ist für Dezember geplant.

Quick System Info PRO
Gerät: rk2808sdk
Modell: M7U
Board: trout
Produkt: rk2808sdk
Prozessor ARM 926 EJ-S rev5(v5l
Interner Speicher: 248 MB
Systemspeicher: 117 MB
System Cache: 112 MB
Hauptspeicher: 201 MB
Sensor: Rockchip 3-axis-Accelerometer
Kernel: Linux Version 2.6.25
Build: V0.18ECLAIR.eng.root.20100929.112428

Fazit
Trotz der kleinen Macken des Vorserienmodells des MID-7 macht das Gerät schon jetzt einen guten Eindruck, wobei der Touchscreen – zumindest im Vorserienmodell – noch etwas gewöhnungsbedürftig, mit etwas Übung aber gut zu bedienen ist.

Durch das Vorhandensein von WLAN und 3G gibt es mit dem MID-7 keine Probleme ins Internet zu gelangen oder E-Mails abzurufen/zu versenden. Mit dem Serienmodell wird auch VOIP-Telefonie möglich sein.

Am Besten hat mir die Möglichkeit gefallen den Bildschirminhalt in alle 4 Richtungen durch drehen des Tablets auszurichten. Wenn das an allen Stellen funktionieren würde, wäre dieses Feature perfekt umgesetzt.

Die Reaktionszeit beim Starten einer App und auf Eingaben ist trotz des Status des vorliegenden Geräts gut und ermöglicht ein flüssiges arbeiten. Lediglich manchmal erlaubt sich der MID-7 eine kleine Denkpause, die aber auch der Komplexität der auszuführenden Aktion geschuldet ist.

Siehe auch:

Bresser Tablet “MID7” Hands On Video

Bresser MID 7 Unboxing

Bootvideo vom Bresser Tablet

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1 Response

  1. 1. Februar 2011

    [...] im November haben wir euch über das MID-7 von Bresser berichtet. Jetzt hat uns folgende Nachricht erreicht, welche wir euch nicht vorenthalten [...]

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